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05. Oktober 2018 16:35 | Autor: Willi Sauberer
Bereich: Gastkommentar

"Wo ist denn das oft herbeigeredete christliche Abendland geblieben?" Diese Frage des Grazer Diözesanbischofs Dr. Wilhelm Krautwaschl lässt sich beantworten: Das christliche Abendland wird von einer verantwortungslosen Welcome-Politik unter Konzelebration der österreichischen Bischöfe zu Grabe getragen.

Abendland bedeutet das Erbe der Antike und des Alten und des Neuen Testaments, bedeutet die vom Christentum geprägte, vielfältige und offene Kultur mit bodenständigen Wurzeln, bedeutet Werte des Lebens wie Menschlichkeit, Freiheit und Schönheit, bedeutet schöpferische Leistungen in einer Dichte, wie sie sonst nirgends auf der Welt erreicht worden ist. Es bedeutet allen historischen Irrwegen und Verbrechen zum Trotz das Ideal eines menschenwürdigen Lebens auf der Basis von Wissenschaft und Leistungsgesellschaft, bedeutet steigenden Wohlstand für einen immer größer werdenden Teil der Gesamtbevölkerung.

Abendland – das sind die Sixtinische Kapelle und Michelangelo, die Sainte-Chapelle in Paris, Bachs Matthäus-Passion, Beethovens Missa solemnis, Goethes "Faust" und Salzburgs "Jedermann". Der Islam hat nie zu dieser abendländischen Kultur gehört.

In den Geschichtsbüchern sind die gescheiterten Attacken des Islam gegen Europa verzeichnet. In den aktuellen Medien wird dessen erfolgreicher Generalangriff dokumentiert. Man extrapoliere die in den letzten drei Jahren eingetretene Entwicklung ein oder zwei Jahrzehnte voraus! Der Islam durchdringt bereits jetzt wesentliche Teile unseres Lebensbereichs. Das Kopftuch ist keine Demonstration demütiger Gläubigkeit, sondern ist sichtbares Symbol der Präsenz des Islam im früher christlichen Abendland und wird in absehbarer Zeit zum Symbol der Dominanz werden. Wo zeigt sich das Christentum im Straßenbild? Am Arbeitsplatz? Im Freizeitleben?

Ein Höhepunkt der katholischen Unterwerfungsgesten war die Teilnahme des Sekretärs der Bischofskonferenz am islamischen Fastenbrechen. Erwartet die Bischofskonferenz im Gegenzug islamische Geistliche bei Auferstehungsfeiern? Sofern es solche überhaupt noch geben wird.

Denn katholische Schulmessen zum Beispiel, an denen Schulanfänger sogar in der NS-Zeit teilnehmen konnten, sind bereits in (mindestens) einer Wiener Klosterschule dem Unterwerfungswahn zum Opfer gefallen. In Salzburg war ein Pfarrer bereit, Liturgie und Brauchtum der Karwoche für Unterwerfungshandlungen zu opfern (was verhindert wurde). In den Salzburger Stadtkindergärten gibt es, ohne dass die Eltern je informiert wurden, seit drei Jahren kein Schweinefleisch mehr. Der Islam diktiert unseren Speiseplan.

In den Schulen wird Allah dem Gott des Neuen Testaments gleichgesetzt. Der Gott des Alten Testaments hat seinem Volk "Auge in Auge" (Dtn 5,4) das 5. Gebot gegeben: Du sollst nicht töten! Allah – der Koran ist sein Wort – hat die Tötung der "Ungläubigen" angeordnet, und wahrlich, der "Islamische Staat" hat sich daran gehalten, und die Terroristen in Paris und Berlin, in Brüssel, London, Madrid, Manchester und Graz haben sich daran gehalten, und die vom Islam beherrschten Staaten Afrikas und Asiens halten sich täglich daran. Allah und die heilige Dreifaltigkeit sind ident?

Gott hat uns das 8. Gebot gegeben: Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten! Allah hat in den Koran geschrieben, dass gegenüber den "Ungläubigen" (also uns) jede Lüge, jede Täuschung, jeder Schwindel erlaubt sind. Und die österreichischen Bischöfe bejubeln jedes Räuspern der geistlichen und weltlichen Islam-Führer. Doch in der Stunde der Wahrheit bekennen sich 70 Prozent der in Österreich lebenden wahlaktiven Türken mit und ohne österreichische Staatsbürgerschaft zu Sultan Erdogan, der aus den Expansionsbestrebungen des Islam kein Hehl macht, sondern einen Wahlkampf. 2001 sagte der stellvertretende türkische Ministerpräsident Necmettin Erbakan in Berlin: "Wir werden ganz sicher an die Macht kommen." Dieses Wort wird sich rascher erfüllen, als er gehofft haben mag.

Die Europäischen Union mit ihren hoch bezahlten Kommissaren und Kommissionen gehen dem Untergang des Abendlandes sehenden Auges entgegen.

Das oft herbei geredete christliche Abendland. Es wird gerade unter Absingen frommer Gesänge auf dem Friedhof der Realitätsverweigerung beerdigt.

Willi Sauberer, Schüler Hugo Portischs, war Mitarbeiter der ÖVP-Politiker Gorbach, Klaus und Withalm und von 1971 bis 1994 Chefredakteur einer kleinen Salzburger Tageszeitung. Der katholische Journalist publiziert zu zeitgeschichtlichen, lokalgeschichtlichen und volkskulturellen Themen.

Link: Die Beerdigung des Abendlandes

 


Über den Tunnelblick der Medien in der Missbrauchskrise

Ein Baum, der zusammenbricht, macht mehr Lärm, als ein Wald, der wächst. Ein Offener Brief an die New York Times von Pater Martín Lasarte sdb, Angola.

 

Kind in Afrika
"Es müssen also alle Mittel des Schutzes angewandt werden". Dazu gehört auch eine faire Berichterstattung. Foto: "obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Hermann-Gmeiner-Fonds/Sattelberger" | Foto: Sattelberger (SOS-Kinderdörfer weltweit/Herman)

Journalisten, verehrte Schwestern und Brüder:

Ich bin ein einfacher katholischer Priester. Ich bin in meiner Berufung glücklich und darüber stolz. Seit zwanzig Jahren lebe ich als Missionar in Angola.

Ich sehe in vielen Massenmedien, besonders in Ihrer Zeitung, eine Vielzahl von Artikeln mit dem Thema von pädophilen Priestern, mit Untersuchungen in einer krankhaften Art und Weise über das Leben einiger Priester.

Einmal sprechen Sie von einer Stadt in den USA in den siebziger Jahren, dann von einer anderen in Australien in den 80-er Jahren, dann wieder von anderen jüngeren Fällen. Sicherlich muss dies verurteilt werden!

Man liest einige ausgeglichene Zeitungsartikel, aber auch andere voller Vorurteile und sogar voller Hass.
Die Tatsache, dass Personen, die die Liebe Gottes offenbaren sollten, wie ein Dolch im Leben von Unschuldigen sind, ruft bei mir einen unendlichen Schmerz hervor. Dafür gibt es keine Worte, die solche Taten rechtfertigen könnten. Und es steht außer Zweifel, dass die Kirche solche Personen nicht an der Seite der Schwächsten und Schutzlosesten lassen kann. Es müssen also alle Mittel des Schutzes angewandt werden, und alle Vorsorge für die Würde von Kindern muss absoluten Vorrang haben.

Man muss aber doch fragen dürfen, warum es ein so großes Unwissen und Unkenntnis betreffs tausender und abertausender Priester gibt, die sich für Millionen von Kindern, für unendlich viele Jugendliche und für die am meisten Benachteiligten auf der ganzen Welt aufreiben!

Ich bin der Ansicht, dass unsere Massenmedien kein Interesse daran haben, z.B. die Nachricht weiterzugeben, dass ich im Jahre 2002 viele unterernährte Kinder durch Gebiete voller Minen von Cangumbe nach Lwena in Angola bringen musste, weil es weder die Regierung kümmerte noch die NGOs dazu berichtigt waren.

Ich denke auch, dass es Sie nicht kümmert, dass ich mehr als zehn Mal Kinder habe beerdigen müssen, die beim Versuch aus den Gegenden, wo Krieg geführt wurde, umgekommen sind oder die nach Hause zurückkehren wollten, noch dass wir viele Tausende von Menschen in Mexiko dank des einzigen Gesundheitspostens auf einem Gebiet von ca. 90.000 km² und auch dank der Verteilung von Nahrungsmitteln und Saatgut retten.

Es interessiert Sie wohl auch nicht, dass wir in den letzten zehn Jahren mehr als 110.000 Kindern die Möglichkeit von Erziehung und Ausbildung gegeben haben.

In den Massenmedien hatte auch die Tatsache, dass ich gemeinsam mit anderen Priestern bei der menschenbedrohenden Krise 15.000 Menschen in Kriegsgebieten nach ihrer Ergebung beistehen musste, weil weder von der Regierung noch von der UNO Lebensmittel kamen.

In den Medien steht keine Zeile davon, dass P. Roberto, ein 75-jähriger Priester, jede Nacht die Stadt Luanda durchstreift und sich um die Straßenkinder kümmert oder sie zu einem Aufnahmehaus bringt und versucht, sie bei Benzinvergiftung zu entgiften, und dass es Hunderte von Jugendlichen gibt, die nicht lesen und schreiben können.

Auch schreibt niemand eine Zeile daarüber, dass andere Priester, wie Pater Stefano, sich darum kümmern, misshandelte und sogar vergewaltigte Kinder aufzunehmen und zu schützen.

Ebenso interessiert es niemanden, dass Bruder Maiato trotz seiner 80 Jahre von Haus zu Haus geht, um kranke und hoffnungslose Menschen zu trösten und beizustehen.

Es gibt auch keine Nachricht davon, dass mehr als 60.000 unter 400.000 Priestern und Ordensleuten ihre eigene Heimat und ihre Familie verlassen haben, um ihren Brüdern im Lepraheimen, in Hospitälern, in den Flüchtlingskamps, in den Einrichtungen zum Schutz von Kindern, die der Hexerei angeklagt sind, oder von AIDS-Waisen, in Schulen für die Allerärmsten, in den Ausbildungszentren, in den Hilfszentren für Aidskranke … oder dass sie schlicht und einfach in ihren Pfarreien und Missionsstationen leben und arbeiten, wobei sie die Menschen dazu ermutigen, zu leben und zu lieben.

Es ist auch keine Nachricht wert, dass mein Freund, Pater Marco Aurelio, während des Kriegs in Angola einige Jugendliche zu ihrer Rettung von Kalulo nach Dondo gebracht hat, er selbst aber auf dem Rückweg von Kugeln durchlöchert worden ist.

Es interessiert nicht, das Bruder Francesco und fünf Katecheten, die in den abgelegensten Landstrichen auf der Straße bei einem Unfall ums Leben gekommen sind.

Es kümmert niemand, dass viel mehr als zehn Missionare in Angola an einer einfachen Malaria gestorben sind, weil es an ärztlicher Basisversorgung fehlt, und dass andere von einer Mine zerrissen worden sind, als sie ihre Leute besuchten.

Auf dem Friedhof von Kalulo finden wir die Gräber der ersten Priester, die hierher kamen – niemand von ihnen erreichte das 40. Lebensjahr!

Niemand berichtet davon, wenn er etwa einmal das Leben eines „normalen“ Priesters bei seinen Freuden und seinen Schwierigkeiten begleiten würde, während dieser, ohne Lärm zu machen, sein eigenes Leben verbraucht, nur um der ihm anvertrauten Gemeinde zu Diensten zu sein. Es stimmt: Wir sorgen uns nicht darum, Sensationsnachrichten zu machen, aber wir sorgen uns schlicht und einfach darum, die Frohbotschaft zu bringen, die ohne Lärm in der Osternacht begonnen hat.

Es ist wahr: Ein Baum macht mehr Lärm, wenn er zusammenbricht, als ein Urwald der wächst.

Ich habe nicht die Absicht, eine Verteidigungsschrift für die Kirche oder die Priester zu schreiben. Der Priester ist weder ein Held noch ein Neurotiker. Er ist ein einfacher Mensch, der mit seiner Menschlichkeit versucht, Jesus zu folgen und seinen Brüdern zu dienen. In ihm gibt es wie in jedem Menschenwesen Erbärmlichkeiten, Armseligkeiten und Schwächen, aber es gibt in ihm auch Schönheit und Güte wie in jedem Geschöpf.

Wenn man sich aber wie besessen und wie ein Staatsanwalt bei einem einzigen Thema aufhält, wobei man den Blick auf das Gesamte verliert, dann schafft dies wirklich beleidigende Karikaturen des katholischen Priestertums, und genau deshalb fühle ich mich angegriffen.

Journalist, suchen Sie die Wahrheit, das Gute und die Schönheit. All dies macht Sie in Ihrem Beruf ehrenwert.

Mein Freund – nur um dies bitte ich …..!

In Christus,
Padre Martín Lasarte, sdb

Übersetzung aus dem Portugiesischen: Pe. Herbert Douteil, CSSp.

 


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